Einige Salze verhindern das Zusammenwachsen kleiner Bläschen
Bestimmte Salze verhindern, dass kleine Gasbläschen in Wasser zu grösseren verschmelzen.
Wissenschaftliche Erklärung
In reinem Wasser verschmelzen kleine Gasbläschen problemlos miteinander — sie nähern sich, der Flüssigkeitsfilm zwischen ihnen wird duenner, und schliesslich vereinigen sie sich zu einer grösseren Blase. In Salzwasser hingegen wird diese Koaleszenz (das Verschmelzen) bei bestimmten Salzen fast vollständig unterdrückt, selbst bei relativ niedrigen Konzentrationen.
Dieses Phänomen ist überraschend, denn intuitiv würde man erwarten, dass Salze, die die Oberflächenspannung erhöhen, die Blasenverschmelzung sogar erleichtern. Stattdessen stabilisieren bestimmte Salze den Flüssigkeitsfilm zwischen zwei Bläschen. Wenn sich zwei Bläschen nähern, werden die Ionen zwischen ihnen asymmetrisch verteilt, was einen osmotischen Druck erzeugt, der dem Auspressen des Filmwassers entgegenwirkt. Dieser Effekt hängt von der spezifischen Ionenkombination ab — nicht alle Salze zeigen ihn gleichermassen.
Interessanterweise folgt die Wirksamkeit der Salze grob der Hofmeister-Reihe: Kosmotrope Ionenkombinationen sind wirksamer bei der Verhinderung der Koaleszenz als chaotrope.
Alltagsrelevanz
Dieses Phänomen ist am eindrucksvollsten im Meer zu beobachten: Meerwasser schäument viel stärker als Süsswasser, weil die kleinen Bläschen nicht verschmelzen und stattdessen als stabiler Schaum erhalten bleiben. Die weissen Schaumkronen auf Wellen und der langlebige Schaum am Strand sind eine direkte Folge dieses Effekts.
Auch in der Industrie ist das Verständnis der Blasenkoaleszenz wichtig, etwa in der Erzflotation (wo Blasenstabilität zur Trennung von Mineralien genutzt wird), in der Abwasserbehandlung und in der Lebensmittelindustrie (zum Beispiel bei der Herstellung von Schaumweinen und Bier).